Kintsugi 金継ぎ
ist eine traditionelle japanische Reparaturmethode für gebrochenes Keramik. Dabei werden die einzelnen Scherben mit einer Lackschicht, die mit Metallpulver versehen wird, wieder zusammengefügt.
Wörtlich übersetzt heißt Kintsugi „Goldverbindung, -flicken“
Diese wunderschöne Tradition ist für mich eine schöne Metapher für die Auseinandersetzung mit einschneidenden vergangenen Erfahrungen.
Alles was wir unter starken Emotionen erfahren und nie Regulation findet, speichert sich als unverarbeitete Erinnerung in unserem Körpersystem ab. In uns bilden sich Synapsen, die uns durch Trigger von Außen, immer wieder daran erinnern, dass da etwas Unverarbeitetes in uns schlummert.
Bewusster Weg der Heilung und Integration
Solange wir versuchen gegen die vergangenen Erinnerungen anzukämpfen, werden die Synapsen in uns immer wieder aktiviert werden und unser Körper empfindet heute genauso wie damals. Was dann viele machen ist, sich genau davor abzulenken. Leider. Denn genau das sind DIE Momente, wo wir den vergoldeten Lack in die Hand nehmen können und unsere Scherben (aka Vergangenheit) reparieren dürfen.
INDEM wir uns den
körperlichen Signalen hingeben.
Wahrnehmen. Raum geben. Sie da sein lassen.
Dabei geht es nicht darum, uns ständig zurückzuversetzen in die vergangenen Situationen. Noch dazu ist die Wahrnehmung immer getrübt und selten der exakten Wahrheit entsprechend. Es macht auch nicht viel Sinn es ständig zu zerreden und uns intensiv auf mentaler Ebene damit auseinanderzusetzen. Es geht darum, dem Körper die Möglichkeit zu geben sich zu regulieren, in sich wieder Sicherheit zu bekommen, indem man in sich präsent ist und mit Mitgefühl die ‚zerbrochenen‘ Teile im Körper integriert.
Die Narben bleiben
und wir dürfen etwas schönes daraus machen.
金継ぎ – Kintsugi 💛


